Interview mit Roland Schai (Copa, langjähriges Mitglied beim FC Abtwil-Engelburg) & Daniel Studers (Studi, langjähriges Mitglied beim FC Winkeln)

1. Entwicklung der Gruppierung

Die Gruppierung FC Abtwil – FC Winkeln Ü50 besteht seit rund zehn Jahren. Aus ehemaligen Rivalen der 2. Liga ist eine verschmolzene Einheit geworden, geprägt von Freundschaft, Vertrauen und echter Fussballleidenschaft.

Wie erlebt ihr diese Entwicklung vom Derby-Gegner zum Teamkollegen?

Copa:

Ich bin seit dem 1. Spiel dabei und habe nur positive Erinnerungen. Es macht 
jedes Mal Freude für unsere Gruppierung zu spielen und danach gemütlich zusammensitzen.

Studi:

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich vor vier Jahren zum ersten Mal ein Trikot des FC Abtwil-Engelburg überzog. Das war schon komisch, und ich musste mir auch ein paar dumme Sprüche anhören. Doch auf dem Platz und spätestens beim ersten Torjubel waren diese Gefühle verschwunden. Heute freuen wir uns riesig über die tollen Aktionen unserer ehemaligen Gegner und schätzen deren Qualitäten auf und neben dem Platz umso mehr.

Hinweis: Auch bei den Damen existiert seit Jahren eine erfolgreiche Gruppierung beider Vereine.

2. Erfolgsfaktoren der letzten Jahre

Die Mannschaft hat sich zu einer sportlichen Konstante entwickelt – mit Höhepunkten wie der Teilnahme am Schweizer Cup sowie dem Ostschweizer Cupsieg.
Wie erklärt ihr euch diese Erfolge? Was macht dieses Team so stark?

Copa:

Teamgeist. Alle haben das gleiche Ziel. Die Mannschaft hat aber auch auf unser Altersstufe noch viel Qualität. Ohne die wären natürlich alle Erfolge nicht möglich.

Studi:
Mit zunehmendem Alter wird es immer schwieriger, wöchentlich genügend Spieler auf den Platz zu bringen. Das war schliesslich auch der Grund für den Zusammenschluss der beiden Mannschaften. Momentan haben wir das Glück, dass wir meist auf genügend Spieler aus beiden Vereinen zurückgreifen können. Diese spielen schon sehr lange zusammen, ergänzen sich optimal und verstehen sich auch abseits des Platzes sehr gut.

3. CH-Cup-Halbfinal

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte steht ein 50+Team im Halbfinal des Schweizer Cups – ein Meilenstein für die gesamte Gruppierung.
Wie schätzt ihr die Chancen ein, den Final in Lugano zu erreichen?

Copa:
Wir spielen zuhause, somit sind unsere Chancen 51:49 und genau dieses
kleine Detail müssen wir nützen gegen diesen starken Gegner.

Studi:

Wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben und der Grossteil unserer Spieler einsatzfähig ist, schätze ich unsere Gewinnchancen auf über 50 Prozent. Die Senioren vom FC Arbon, unser Gegner in der Meisterschaft, sind in den letzten beiden Jahren jeweils knapp gegen unseren Halbfinalgegner aus dem Schweizer Cup ausgeschieden. Laut deren Rückmeldungen tippen sie auf einen Sieg von uns.

4. Situation bei den ersten Mannschaften – ein mögliches Derby im Cupfinal

Auch die ersten Mannschaften des FC Abtwil-Engelburg und des FC Winkeln stehen im regionalen CupHalbfinal. Mit etwas Glück könnte es zu einem direkten Derby im Final kommen – ein aussergewöhnliches Szenario, das beide Vereine zusätzlich elektrisiert.

Wie erlebt ihr diese besondere Konstellation? Und was würde ein mögliches Abtwil–WinkelnDerby im regionalen Cupfinal für die Vereine, die Fans und die Gruppierung bedeuten?

Copa:
Für die Ü-50-Gruppierung bedeutet dies, dass wir sowieso gewonnen haben…😊
Wäre natürlich ein toller Cupfinal. Egal welcher Spielausgang es gibt, dass danach die Spieler und Fans gemütlich zusammen diskutieren und trinken.
Auf dem Spielfeld braucht es eine gewisse Rivalität, aber danach sollte es dies
nicht mehr geben.

Studi:
Ein Derby zwischen Abtwil und Winkeln im Cupfinale wäre für beide Vereine grossartig und würde viele Zuschauer anlocken. Ich drücke beiden Teams für das Halbfinale am Osterwochenende die Daumen. Der Einzug ins Finale würde den Teams auch in der Meisterschaft Auftrieb geben. Am Finaltag wären auch einige unserer Ü50-Senioren anwesend und alte Rivalitäten und Spässe würden neu aufflammen.

Vielen Dank für die Antworten